Rechtliche Grundlagen
Übersicht der wesentlichen nationalen und europäischen Rechtsgrundlagen für die Regulierung und Aufsicht von Kreditinstituten.
Zentrales nationales Aufsichtsgesetz für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute. Regelt Zulassung, laufende Anforderungen und Eingriffsbefugnisse der BaFin. Rechtsgrundlage für die institutsbezogene Bankenaufsicht in Deutschland.
Mindestanforderungen an das Risikomanagement — BaFin-Rundschreiben auf Basis von § 25a KWG. Konkretisiert die qualitativen Anforderungen an Organisation, Prozesse und IKS von Kreditinstituten. Aktuell: 7. Novelle (2023).
Umsetzung von MiFID II und MiFIR im deutschen Recht. Regelt Wohlverhaltenspflichten, Marktmissbrauch und Transparenzanforderungen für Wertpapierdienstleistungsunternehmen.
Regulierung von Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) und Investmentvermögen. Umsetzung der AIFMD und UCITS-Richtlinie. Zuständige Aufsichtsbehörde: BaFin.
Umsetzung der BRRD in deutsches Recht. Regelt die Vorbereitung und Durchführung von Sanierungs- und Abwicklungsmaßnahmen für Kreditinstitute. Zuständige Abwicklungsbehörde: BaFin/SRB.
Pfandbriefgesetz (PfBG), Depotgesetz (DepG), Großkredit- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV), Solvabilitätsverordnung (SolvV — weitgehend durch CRR abgelöst).
Capital Requirements Regulation — unmittelbar geltendes EU-Recht für Eigenmittelanforderungen, Liquiditätskennzahlen und Offenlegungspflichten. CRR III (ab 01.01.2025) setzt Basel IV um.
Capital Requirements Directive — regelt Zulassungsvoraussetzungen, Governance, SREP und Kapitalpuffer. Wird national umgesetzt (in Deutschland im Wesentlichen durch das KWG).
Digital Operational Resilience Act — seit 17.01.2025 anwendbar. Anforderungen an IKT-Risikomanagement, Incident Reporting, Resilienztests und IKT-Drittparteienmanagement für Finanzunternehmen.
Seit 01/2025Bank Recovery and Resolution Directive — Rahmen für Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten. Bail-in-Mechanismus, MREL-Anforderungen, Abwicklungsplanung.
Markets in Financial Instruments Directive/Regulation — Wohlverhaltensregeln, Best-Execution, Transparenzpflichten und Marktstrukturanforderungen für Wertpapierdienstleistungen.
Neues EU-Geldwäschepaket mit Verordnung, Richtlinie und Errichtung der neuen EU-Behörde AMLA (Anti-Money Laundering Authority) mit Sitz in Frankfurt am Main.
Neu 2024Vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) 2017 verabschiedet. Output Floor, überarbeitete Standardansätze für Kredit- und Marktrisiko sowie operationelles Risiko. In der EU umgesetzt durch CRR III (ab 01.01.2025).
Total Loss-Absorbing Capacity — FSB-Standard für global systemrelevante Banken (G-SIBs). Anforderungen an verlustabsorbierende Kapazität im Abwicklungsfall. In der EU durch MREL/CRR II umgesetzt.
| Kürzel | Bezeichnung | Ebene | Thema | Status |
|---|---|---|---|---|
| KWG | Kreditwesengesetz | DE | Allgemeine Bankenaufsicht | Gültig |
| MaRisk | Mindestanforderungen an das Risikomanagement | DE | Risikomanagement / IKS | 7. Novelle 2023 |
| CRR III | Capital Requirements Regulation III | EU | Eigenmittel / Liquidität | Ab 01.01.2025 |
| CRD VI | Capital Requirements Directive VI | EU | Zulassung / Governance | Ab 01.01.2026 |
| DORA | Digital Operational Resilience Act | EU | IKT / Cyber Resilience | Ab 17.01.2025 |
| BRRD II | Bank Recovery and Resolution Directive | EU | Sanierung / Abwicklung | Gültig |
| MiFID II | Markets in Financial Instruments Directive | EU | Wertpapiermarkt | Gültig |
| WpHG | Wertpapierhandelsgesetz | DE | Wertpapieraufsicht | Gültig |
| KAGB | Kapitalanlagegesetzbuch | DE | Investmentaufsicht | Gültig |
| SAG | Sanierungs- und Abwicklungsgesetz | DE | Abwicklung / BRRD-Umsetzung | Gültig |